Ein neues Lebensgefühl

„I dwell in possibility
A fairer house than prose“
Emily Dickinson

Während meines Studiums der Kunstgeschichte gab es keine Vorlesung, kein Seminar, in dem auch nur der Name einer Künstlerin genannt worden wäre. So machte ich mich auf die Suche nach Malerinnen und Bildhauerinnen, durchforstete monatelang 37 Bände des Thieme-Becker- und 6 Bände des Vollmer-Lexikons und erfuhr, dass es bereits in der Antike, seit der Renaissance und vor allem im 18. und 19. Jahrhundert bedeutende und international gefragte Künstlerinnen gegeben hatte.

Allerdings unterschieden sich ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen so radikal von denen ihrer Väter, Brüder, Lehrer und Kollegen, dass ich mich fragte, welche Ursachen Unterdrückung, Ignorieren und Verschweigen weiblicher Kreativität hatten und wie es einzelnen Künstlerinnen dennoch gelang, ein kolonisiertes Bewusstsein zugunsten ihrer Sicht der Welt zu überwinden.

Malerinnen auf dem Weg ins 20. Jahrhundert


Malerinnen auf dem Weg
ins 20. Jahrhundert
Kunstgeschichte als
Sozialgeschichte
DuMont: Köln 1982
344 S., Ill.
ISBN 3-7701-1395-0